Diverse Nachrichtenagenturen und Medien erachten den Sieg Clintons als gesichert an. Ein Sieg, der mit Vorsicht zu genießen ist, denn Superdelegierte, von denen Hillary Clinton eine überwältigende Mehrheit hinter sich vereinen konnte, können bis zur Democratic Convention im Juli ihre Meinung noch ändern. Dass das eine große Zahl von Delegierten auch wirklich macht, ist aber unwahrscheinlich. Zumal sie ihren Sieg bei den letzten Vorwahlen noch untermauern dürfte.

Überraschung und Vorsicht
Clinton blieb via Twitter noch vorsichtig. Zwar teilte sie entsprechende Meldung der Associated Press, doch gab sie ganz klar zu Protokoll, dass die heutigen Vorwahlen in sechs Staaten, darunter California und New Jersey, noch wichtig seien. Man spekuliert, sie befürchte, dass nachdem ihre Nominierung fix sein dürfte, einige ihrer WählerInnen zuhause bleiben könnten. Auch ihr Konkurrent, Bernie Sanders, will den Sieg der ehemaligen First Lady noch nicht anerkennen. Auch für ihn könnte eine niedrigere Wahlbeteiligung in der kommenden Nacht schlagend werden. Unabhängig vom Ergebnis wird Clinton ihren Sieg jedoch klar absichern können und mehrere hundert Delegierte über der Siegeshürde liegen. Allein durch gebundene Delegierte wird sie die Vorwahlen jedoch nicht absichern können, die endgültige Entscheidung wird erst bei der Convention fallen.

Zumal Sanders in California auf einen überraschenden Sieg hofft. Es wäre nicht sein erster. Mit dem Rückenwind des bevölkerungsreichsten Staates der USA, den Ungereimtheiten bei einigen Vorwahlen, z.B. in New York und Kentucky, sowie den großen Einfluss der Parteiführer als Superdelegates, könnte er seinen progressiven Kurs weiterführen und seinen Wahlkampf nicht vor der Convention beenden. Dies würde einen massiven Schaden für Clinton bedeuten, könnte sie die beiden Lager und die notwendigen Wähler für die Hauptwahlen noch nicht hinter sich vereinen. Bei einem klarerem Sieg heute Nacht, könnte sie eventuell auf die Unterstützung ihres Konkurrenten hoffen.

Umfragen stärken Sanders
Doch der Senator aus Vermont hat Rückenwind: Umfragen zur Hauptwahl zeigen ihn klar vor Donald Trump, während Clinton nur mit knappem Vorsprung vor ihm liegt. Analysten begründen diesen Trend durch die höhere Glaubwürdigkeit Sanders, aber vor allem damit, dass viele seiner Wähler derzeit angeben, (noch) nicht für Clinton stimmen zu können. Das Bild bestärkt sich dadurch, dass Trump in Umfragen gegen Clinton nicht viel stärker abschneidet als gegen Sanders, es aber viel mehr unentschlossene Wähler gibt, die eben nicht hinter der ehemaligen Senatorin stehen. Diese Situation könnte sich nach einem Rückzug Sanders jedoch schnell ändern.

Letzte große Wahlnacht
Heute finden die letzten großen Vorwahlen in 6 Staaten, darunter in California oder New Jersey statt. New Jersey dürfte klar an Clinton gehen, während sich die kleineren Staaten aufteilen könnten. Clintons Führung in California schrumpfte in den letzten Wochen massiv. Sie liegt zwar noch knapp vorne, doch hat Sanders bei früheren Wahlgängen kleine Rückstände laut Umfragen noch oftmals drehen können. Bei den Republikanern ist Donald Trump der einzig verbliebene Kandidat, er dürfte alle Staaten der heutigen Nacht für sich entscheiden.

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